S.M. Franz-Josef II. Breuer und Königin Barbara


Wintergaudi 2018



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St. Sebastianus

Er wehrte die vergifteten Pfeile gegen Krankheit und Bosheit ab.

Der Name kommt aus dem Griechischen und bedeutet "der Erhabene". Wer war dieser Sebastian, dessen Gedenktag wir am 20. Januar feiern, sozusagen als Auftakt unseres Schützenjahres?

Kaum ein Heiliger und Märtyrer aus der frühchristlichen Zeit ist so berühmt und so oft dargestellt wie der Hl. Sebastian und das, obwohl wir nur sehr wenige, fast nichts historisch Gesichertes über ihn wissen. Vielleicht gerade darum faszinieren uns die Geschichten, die sich um seinen Namen und seine Taten ranken. Es sind Legenden, fromme Erzählungen, von Mund zu Mund weitergegeben, die im Laufe der Jahrhunderte immer mehr erweitert und ausgeschmückt wurden. Das bedeutet aber nicht, dass er nicht tatsächlich die Charakterzüge trug, die ihn gerade für das Schützenwesen unvergessen machen. Soldatische Tugenden, die Verkörperung eines vorbildlichen Offiziers, der seine Pflicht bis zum Äußersten erfüllte, soweit eigene Verantwortung und Gewissen es zuließen, zeichneten ihn aus. Er folgte der staatlichen Autorität, solange sie die Grenzen ihrer Macht nicht überschritt. Sein "Nein" zur Durchsetzung politischer Ziele, indem der Staat die religiösen Gefühle der Menschen missbrauchte und bedrängte, sein "Ja" zu Gott und der von ihm geschaffenen und gewollten Ordnung und sein Lebenseinsatz, der die Grenzen der menschlichen Macht deutlich markiert, sind Wegweiser, die heute noch Gültigkeit haben. Er lehrt uns, dass Macht dazu neigt, Grenzen zu überschreiten, dass Besitz und Lust neben der Macht Hauptversuchungen der Menschen sind. Missbrauch durch manipulierte Meinung, wirtschaftliche Zwänge und vieles mehr kann den Menschen als Religionsersatz aufgedrängt werden. Auch lehrt er uns, dass Kritik und Widerstand unsere Aufgaben sind sowie Loyalität und Unterstützung der rechtmäßigen Autorität und natürlich, dass wir mit dem Gewissen und Glauben Gott verpflichtet sind.

St. Sebastian gehört zu den volkstümlichsten Heiligen des Mittelalters und wurde als Helfer gegen Pest und andere Epidemien bei Mensch und Tier verehrt. Die Pfeile, die ihn durchbohrten, machten ihn fähig, die Pfeile leiblicher und seelischer Gefahr fernzuhalten. Sein Gedenktag lässt sich bis zum römischen Kalender von 354 n. Chr., in dem die Feier in der Katakombe an der Via Appia erwähnt wird, zurückverfolgen. Sein Todestag wird mit Vorsicht auf das Jahr 288 n. Chr. bestimmt. Er wurde in Narbonne, im heutigen Frankreich, geboren. Wenn man dem Heiligen Ambrosius von Mailand glauben darf, lebte Sebastian in Mailand, woher seine Mutter stammte. Ambrosius führte in seiner Predigt weiter aus, dass Sebastian unter Kaiser Maximian (286-305 n. Chr.) dem Mitregenten des Kaisers Diokletian, nach Rom gebracht und getötet wurde.

Dieses wäre ein Beleg dafür, dass die Verehrung des Heiligen Sebastian bis ins 4. Jahrhundert n. Chr. zurückgeht An besagter Stelle der Via Appia ließ Papst Damasus im Jahr 367 n. Chr. die heutige Kirche San Sebastiano erbauen. An dieser Stelle sollen eine Weile die Gebeine der Apostel Petrus und Paulus geruht haben.

Papst Sixtus III. (432-440 n. Chr.) soll am Grab eine Mönchsgemeinschaft zusammengeführt haben, die zur Verehrung für geregelte Gottesdienste und für Pilgerbetreuung sorgen sollte. In diesem Kloster entstand im 5. Jahrhundert n. Chr. durch vielfältige Ereignisse eine große Verehrung und Verherrlichung des Märtyrers. Die Legende weiß weiter zu berichten, dass Sebastian vor ein kaiserliches Gericht gestellt und seines Glaubens wegen zum Tode verurteilt wurde. Auf freiem Felde sei er an einen Pfahl gebunden und von numidischen Bogenschützen mit Pfeilen durchbohrt worden. Die fromme römische Witwe Irene nahm den tot geglaubten Schwerverwundeten auf und pflegte ihn gesund. Nach der Genesung zeigte Sebastian sich in der √Ėffentlichkeit und machte mutig dem Imperator Vorhaltungen, der zutiefst erschrak und den kühnen Offizier wie einen Hund in der Arena auf dem Platin niederknüppeln ließ. Die fromme Christin Lucina zog den Leichnam aus der Kloake und begrub ihn an der Stelle der Via Appia, wo die heutige Kirche San Sebastiano steht. Und damit endet die Legende.

Die Kirche in Ebersberg (Oberbayern) besitzt seit dem Jahre 931 n. Chr. als kostbarsten Schatz die Hirnschale des Heiligen Sebastian. In Deutschland findet man den Heiligen häufig an Brunnenstöcken, weil er in die Kloake geworfen wurde. Außer seinem Pestpatronat kennt man ihn als Schutzpatron des Soldatenstandes, der Schützenvereine sowie gegen Ketzerei und Religionsfeinde.

An uns liegt es heute so zu handeln, nicht weniger entschieden, nicht weniger klar, wie es der Heilige Sebastian im römischen Reich tat und damit Gott diente.